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Ralph Platzer

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Normativität in kollegialen Beziehungen zu KI: Moralische Pflichten und Parteilichkeit in der Mensch-Maschine-Kollaboration (Arbeitstitel)


Das Promotionsprojekt widmet sich der Erforschung von Moralität in beruflich bedingten Interaktionen zwischen Menschen und mittels Künstlicher Intelligenz (KI) befähigten Entitäten. Dabei soll systematisch untersucht werden, wie in diesem Kontext ein ethisch-verantwortungsbewusster Umgang mit hochentwickelten KI-Systemen aussehen kann, um mehr Klarheit in einer bisher häufig intuitiv geführten Debatte zu ermöglichen.


Die Hauptthese der Arbeit lautet, dass es unter bestimmen Voraussetzungen möglich ist, (kollegiale) Beziehungen zu KI-Entitäten aufzubauen, welche sui generis wertvoll sind. Methodische Schwerpunkte bilden dabei die Identifikation, Einordnung und Synthese relevanter moralphilosophischer Theorien, um die ethische Signifikanz entsprechender Mensch-Maschine-Szenarien einzufangen und deren Implikationen herauszuarbeiten. Der konzeptionelle Fokus liegt dabei auf zeitgenössischen relationalen Ansätzen unter Miteinbeziehung von Theorien zu Beziehungspflichten (associative duties), Beziehungsgütern (relationship goods) und Parteilichkeit (partiality).

         
Als möglicher Abschluss wird der Entwurf eines ethisch-fundierten Kollaborationsmodells für eine zunehmend hybride Arbeitsgesellschaft angestrebt, welches kohärente Handlungsoptionen für die Gestaltung entsprechender Rollenverständnisse, Abläufe und Strukturen aufzeigt, um Gesellschaft, Organisationen und Individuen zu informieren.

Ralph Platzer studierte zunächst Internationale Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Regensburg sowie der Oxford Brookes University. Im Rahmen seines interdisziplinären Masterstudiums der Philosophie, Politik und Wirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München widmete er sich schwerpunktmäßig Fragestellungen der Praktischen Philosophie. Sein derzeitiges Interesse gilt der ontologischen, ethischen und sozialwissenschaftlichen Reflexion technologischer Entwicklungen im Bereich der Mensch-Maschine-Kollaboration. Ralph Platzer ist externer Doktorand und hauptberuflich im Kommunikationsmanagement eines Technologiekonzerns tätig.

Historisch: Klassische deutsche Philosophie (insb. Kant, Hegel), Zeitgenössische Moralphilosophie (insb. Darwall, Haraway, Keller, Nagel, Parfit, Scheffler, Seglow, Wallace, Williams, Wolf).

Systematisch: Normative Ethik (insb. Relationalität, Identität und Parteilichkeit), Handlungstheorie, Ethik der Künstlichen Intelligenz, Wirtschaft- und Unternehmensethik.

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